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Der Maibock - das Frühlingsbier

Der Maibock - das Frühlingsbier

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Klaus Artmann
Klaus Artmann vom 06.06.2019
Klaus Artmann ist als Vize-Präsident des Verbandes der Diplom-Biersommeliers, als Mitglied des Doemens Kompetenz-Zentrums, als Jurymitglied bei internationalen Verkostungsawards wie z.B. European Beer Star, als Referent bei Brauereiverbänden oder als Leiter von Bierkulinarien, Verkostungen oder Bierworkshops leidenschaftlich und brauereiunabhängig für die Biervielfalt engagiert und mehrfacher Teilnehmer an den Weltmeisterschaften der Sommeliers für Bier. Als Initiator der Bier-Quiz-App und als Mitinhaber bei den Bier-Onlineshops www.biertraum.de, www.biershop-bayern.de und www.biershop-bw.de lebt er seine Leidenschaft für Bier und digitales Business.
Die Tage werden länger, die ersten Knospen an den Bäumen und auf den Wiesen sprießen und manchmal ist es in der Sonne schon so richtig warm. Ganz klarer Fall: Jetzt ist Maibock-Zeit!

In der Winterzeit werden besonders gerne starke und schwere Biere wie Bockbiere, spezielle Winterbiere, Stouts oder Porter getrunken, während im Sommer leichte und erfrischende Biere wie Weizen oder Pils beliebt sind.
Das passende Bier zum Frühling ist eindeutig das Maibock-Bier. Traditionell wird das helle Starkbier nach der Fastenzeit ausgeschenkt und von April bis Juni getrunken. Um Ostern herum ist es häufig noch etwas kühl, da schaden ein paar Prozente mehr auch nicht.

Was ist ein Maibock?

Der Maibock zum Trinken ist ein untergäriges Starkbier mit einem Alkoholgehalt ab etwa 6 % Vol. oder mehr und einer hohen Stammwürze von mindestens 16 °Plato. Erreicht das Bier diesen Wert nicht, ist es kein Bockbier. Wichtig ist auch die Saisonalität: In der Frühlingszeit ist Maibock-Zeit. Wenn die dunklen Wintermonate weichen, dürfen auch im Bierglas wieder goldene Getränke blitzen. Der Maibock läutet somit das letzte Bock-Kapitel im „Bierjahr“ ein, bevor es wieder an die leichteren Vollbier-Sorten geht.
 

Maibock und Bockbier – wo ist der Unterschied?

Der Maibock ist eine besondere Variante des Bockbiers, bei dessen Herstellung weniger Malz als beim klassischen Bockbier, dafür jedoch mehr Hopfen verwendet wird. Das macht den Geschmack weniger süßlich und brotig, dafür etwas hopfenintensiver. Für die Maische des Maibock-Biers werden außerdem besondere Malz- und Hopfensorten verwendet. Teilweise ist hier die Reife- und Lagerungszeit auch länger als bei dunklen Bockbieren.

Maibock im Seidel

Achtung: Verwechslungsgefahr mit dem anderen Maibock!

Außerdem gibt es noch den Maibock als Bezeichnung für Reh- und Hirschwild, das ab dem 1. Mai wieder geschossen werden darf. Dann nämlich schmeckt das Fleisch des Wildbratens im Vergleich zum Winter aromatischer, da das Wild im Frühjahr schon frische Blätter, Kräuter und andere Pflanzen zum Äsen hatte. Zu diesem Maibock schmeckt das Maibock-Bier übrigens auch nicht schlecht!

Wie schmeckt das Maibock-Bier?

Das Maibock-Bier ist eine besondere Bierspezialität. Die Farbe des Maibocks ist hell und geht manchmal leicht ins Bernsteinfarbene, also anders als bei „normalen“ Starkbieren. Früher wurden vermehrt dunkle Malze zur Herstellung verwendet. Heute variiert die Auswahl von Brauerei zu Brauerei stark – und auch die Zugabe von Hopfen ist unterschiedlich.
Der Geschmack des Maibocks kann – je nach Brauerei und Rezeptur – als süßlich, malzig und zuweilen nussig beschrieben werden. Je nach Hopfengehalt kommt eine dezente Bittere dazu, die den Maibock besonders macht. Dabei werden sogenannte „edle Hopfensorten“ bevorzugt. Hallertauer Mittelfrüh, Spalter, Tettnanger und Saazer sind Hopfen-Sorten, die moderat bitter schmecken und so ein elegantes, kräuterig-blumiges Aroma ins Bier bringen.
Der Schaum ist, wie bei den meisten Starkbieren, cremig und die Blume sehr malzbetont. Alles in allem ist der Maibock ein samtiges, vollmundiges und sehr süffiges Bier, mit dem du den Frühling hervorragend willkommen heißen kannst!
Du willst deine Biersommelier-Fähigkeiten am Maibock testen? Hier zeigen wir dir, wie du den Geschmack von Bier beschreiben kannst wie ein Profi!
 
Maibock Bier im Bierkrug

Die Geschichte des Maibocks

Wie bei jedem tollen Bier gibt es auch beim Maibock eine Legende zu seiner Entstehung. An dieser Stelle werfen wir einen Blick in das 14. Jahrhundert. Damals wurde in der Brauereistadt Einbeck das Bockbier erfunden. Dieses Bier war bald überall in Deutschland und bis über die Landesgrenzen hinaus sehr beliebt.

Um der Nachfrage gerecht zu werden und die Transportwege zu verkürzen, wurden im 17. Jahrhundert neben den Schankgenehmigungen auch Braugenehmigungen ausgegeben. Das war gut für die Bockbier-Freunde in München, denn das Hofbräu dort konnte den Braumeister aus Einbeck, Elias Pichler, abwerben, der 1614 wohl zum ersten Mal ein helles Bockbier als saisonales Frühlingsbier braute, welches als besonders hochwertig galt. Den Namen hat das Bockbier von seiner Herkunft: Aus dem „ainpöckisch Pier“ wurde der „Ainpöck“ und im Bairischen schließlich „oan Bock“, das Bockbier. Noch heute ist der Maibock – und alle anderen Bockbiere – übrigens vor allem in Bayern ein beliebtes Bier.

Der feine Sud war nicht nur kulinarisch eine Wohltat. Er bewahrte München im 30-jährigen Krieg angeblich auch vor einigem Unheil. 1632 soll der schwedische König Gustav Adolf mit seinen Truppen vor der Stadt gestanden haben, um sie zu plündern. Bayernherzog Maximilian I. konnte jedoch verhandeln. So kam es, dass die Schweden friedlich abzogen, nachdem sie 220 Hektoliter Maibock-Bier als „Schutzbier“ erhalten hatten.
 

Maibock-Rezepte: das kannst du zum Maibock servieren

Dank seines erhöhten Alkoholgehalts, des vollmundigen Malzkörpers, der Würze und der feinen Bittere passt der Maibock perfekt zu vielen Frühlingsgerichten. Vor allem Salate, grüner Spargel mit Sauce Hollandaise und Schinken harmonieren geschmacklich hervorragend mit dem hellen Bock. Ein passendes Spargel-Rezept haben wir auch für dich!
Auch zu Fisch, egal ob gegart oder paniert, macht sich das Maibock-Bier gut. Dazu ein paar Kartoffeln und Speckwürfel und das Maibock-Mahl ist perfekt! Im Frühling sprießt jedoch nicht nur der Maibock, sondern auch der Bärlauch. Die beiden Frühlingsboten passen geschmacklich besonders gut zusammen.

Egal, welches Frühlings-Rezept du zum Maibock ausprobieren möchtest, mit dieser Biersorte ist es eine wahre Gaumenfreude und ein gelungenes Einläuten der sonnigen Zeit im Jahr.
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