Was ist eigentlich...?

Craft Beer

Wie entstand die Craft Beer Bewegung?

Der Begriff Craft Beer hat in den letzten Jahren von USA und England kommend in Deutschland neue Diskussionen und Trends rund um das Bier ausgelöst. Wörtlich übersetzt bedeutet „Craft“ Handwerk und war in den USA in den 1980er Jahren gedacht als Unterschied zu den industriellen Bierprodukten. Mit hohem Werbedruck hatten die immer größer werdenden Brauereikonzerne den Markt in den USA enorm verändert und gering gehopfte, leichte Lagerbiere prägten das Angebot. So schrumpfte die Anzahl der Brauereien in USA auf 44 und alle Bierkonsumenten hatten keine große Auswahl.

Der US-Präsident Jimmy Carter setzte dann 1978 mit einem Gesetz das „Homebrewing“ erlaubte eine beeindruckende Entwicklung für Biervielfalt, Bierspezialitäten und aromaintensive Biere in Bewegung, die den gesamten amerikanischen Markt in den folgenden vier Jahrzenten veränderte. Immer mehr kleine und lokale Brauereien machten ihr regionales Craft Beer. Gemäß der „Brewers Association for small and Independent U.S. Craft Brewers” gab es Ende 2018 7.346 Craftbrauereien und viele weitere sind in Planung. Die Craftbrauereien wachsen in einem insgesamt rückläufigen Gesamtmarkt und die Gesamtmenge im US-Biermarkt stieg stetig an bis nun auf 13,2 %. Aus unserer deutschen Sicht bemerkenswert ist dabei die Definition für Craftbrauereien: kleine, unabhängige Brauereien mit einem Jahresausstoß von bis zu 6 Millionen Barrel (was mehr als 7 Mio. Hektoliter sind).

Der historische Kontext für die USA-Craft-Beer-Bewegung war also die dynamische Gegenbewegung zu Heimbrauverbot, geringer Bierauswahl, wenige Biersorten und dominierende Großbrauereien. All dies war und ist in unserer deutschen Brautradition und Biervielfalt gänzlich anders. Mit tausenden verschiedenen Biermarken aus über 1.500 Brauereien haben wir schon immer regionale handwerklich gebraute Biere zur Auswahl.

Traditionelles Brauen und Reinheitsgebot stehen nicht im Widerspruch zu Craft Beer

Die Craft Beer-Bewegung beeinflusst aber auch den deutschen Biermarkt. Sie bewirkt, dass immer mehr Verbraucher aufmerksamer in Bezug auf den Bier Geschmack sind und die Nachfrage nach Bieren mit „mehr Geschmack“ steigt. Die Brauereien reagieren darauf mit einer Vielzahl an neuen Bierspezialitäten, alten Biersorten wie Märzen, Weizenbock oder unfiltrierte Biere oder brauen für Deutschland eher ungewohnte Bierstilen wie Ale, IPA oder fassgereifte Biere. Der Experimentierfreude sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es werden verschiedene Hopfensorten miteinander kombiniert, das Bier in alten Whiskyfässern zum Reifen gelagert oder teilweise Früchte, wie z. B. Himbeeren oder andere Zutaten wie Meersalz hinzugefügt. Der Einsatz künstlicher Aromen oder Zusätzen ist hingegen verpönt. Es geht darum Biere mit einem Geschmacksprofil zu brauen, das sich vom Massengeschmack abhebt.

Sicher ist, die Impulse aus der internationalen Craft Beer-Bewegung sind in Deutschland angekommen, sie wirken und das ist gut so. Denn durch die Craft-Beer-Bewegung ist die handwerkliche Braukunst in Deutschland noch bunter geworden. Alle profitieren von der neuen Aufmerksamkeit für Biergenuss, durch die jetzt noch mehr über Geschmack, Rohstoffe und Nachhaltigkeit gesprochen wird– nicht nur über den Preis und Angebote.
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